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Donnerstag, 15. November 2012

Mit dem Taxi nach Magalore und Indiens hässliche Seite

Unser nächstes Ziel heisst Goa. Wir entscheiden uns via Mangalore nach Goa zu fahren und steuern das nächste Reisebüro an um uns Bustickets zu kaufen. Doch unser Plan war offensichtlich nicht ganz durchdacht. Denn Busverbindungen nach Mangalore gibts nur nachts, was wir eigentlich vermeiden wollten. Es wird uns empfohlen zurück nach Bangalore zu fahren und von dort aus ein Flugzeug zu nehmen. Das ist aber auch nicht das was wir wollen. Wir wollen Land und Leute sehen und nicht ständig den Flieger nehmen. Als letzte Alternative bietet sich ein Mietauto an. Und da ein Mietauto in Indien praktisch ohne Fahrer praktisch gleich teuer ist wie mit, entscheiden wir uns für die Variante mit Fahrer-also ist es dann ja eigentlich ein Taxi ;-). Zum Einen hat man den Vorteil, dass man sich mehr auf die vorbeiziehende Landschaft konzentrieren kann und zum Anderen muss man sich nicht mit dem gefährlichen Verkehr auf Indiens Strassen direkt auseinandersetzen. Im Bezug auf die Verkehrsdicht hat Indien die höchstes Todesrate im Strassenverkehr.

Ravi, unser Chauffeur, ist ein sympathischer mitte Fünfziger und ist seit 35 Jahren "Driver", was mich etwas beruhigt. Nichts schlimmeres als wenn wir einen jungen Kamikatzefahrer gehabt hätten. 6 Stunden dauert die Fahrt von Mysore nach Mangalore und wir machen es uns im Auto gemütlich. Nach einer Stunde meint Ravi, dass er Hunger habe und jetzt frühstücken wolle. Kein Problem-also machen wir nach einer Stunde bereits Rast.

Nachdem wir die Fahrt wieder aufgenommen hatten, kommen wir rund nach einer halben Stunde an einen belebten Ort. Viele Personen stehen auf der Strasse und jetzt erkennen wir auch was die Ursache des Auflaufes ist. Zeitgleich meint Ravi "Oh, Accident". Wir fahren im Schritttempo an den Unfall heran während Ravi ein "Bus vs. Scooter" von sich gibt. Tatsächlich ist ein Reisebus mit einem Scooter Fahrer kollidiert. Der Scooter Fahrer hat den Aufprall nicht überlebt und liegt tot mit aufgerissenem Mund und Augen auf der Gegenspur. Eine Menge von Personen stehen um den Verstorbenen herum, aber niemand kommt auf die Idee den Unglücklichen abzudecken-auch wir nicht.
Der Unfall muss schon ein paar Minuten vorher passiert sein, denn der Ersatzbus trifft an der Unfallstelle ein und die Buspassagiere beginnen mit dem Umlad ihres Gepäckes. Während dieser Zeit ist weder Polizei noch Sanität vor Ort und ich hoffe nur, dass wir nie auf die Rettungkräfte Indiens angewiesen sind. Mit einem flauen Gefühl in der Magengegend setzen wir unsere Fahrt fort. Doch jetzt kann nicht mehr schnell gefahren werden, denn wir überqueren die Western Ghats, ein bis zu 2700 Meter hohes Gebirge welches sich parallel zur Küste von quasi Mumbai bis zum Süden Indiens zieht. Die Vegetation ändert sich und nimmt Dschungelartige Formen an. Affen sitzen am Strassenrand und verdrängen etwas das traurige Erlebnis von vorhin.
Gegen den späten Nachmittag treffen wir in Mangalore ein und sofort fahren wir zum Bahnhof um ein Zugsticket für den folgenden Tag nach Goa zu ergattern. Wir sind nicht die ersten die die Idee mit dem Zugticket haben. So stehen wir hinten an einer Riesenschlange an, was uns jedoch bald verleidet. Zudem werden wir von unten bis oben begafft-was in Indien eigentlich nichts besonderes ist. Doch Monika scheint sich daran zu stören. Und so versuchen wir unser Glück im Bahnhof Junction, einem kleineren, abgelegenen Bahnhof von Mangalore. Der Schalterbeamte ist äusserst unfreundlich und fertigt uns relativ schnell ab. Genervt und hungrig entschliessen wir uns, nach Goa wieder mit einem Mietauto samt Fahrer zurückzulegen. Also gehen wir lecker Schmecker Meeresfrüchte essen und lassen den Tag der uns auch die hässliche Seite Indiens gezeigt hat bei einem Kingfisher ausklingen.

Dienstag, 13. November 2012

Chamundi Hill und Devaraja Market

Nachdem wir eine etwas bessere Unterkunft gefunden haben und unser Gepäck gezügelt haben, machen wir uns nochmals zum Palast auf, um diesen bei Tageslicht zu bestauen. Weite Bereiche des Palastes sind für Besucher gesperrt.
So sehen wir ein Haufen Portrais der verschiedenen Maharadscha-Dynastien. Das ganze geht barfuss von statten und ist Grossen und Ganzen ziemlich langweilig.

Nach einem leckeren  Thali, mieten wir uns ein Tuk Tuk und fahren und fahren zum Chamundi Hill. Für Hindus hat dieser Berg eine heilige Bedeutung. Dementsprechend sind hier viele Indische Pilger anzutreffen. Auf dem Berg gibt es verschieden Tempel wovon der goldene Turm klar heraussticht. Affen tanzen auf dem Tempeldach und rund um den Turm und uns werden allerhand Gegenstände und Essen feilgeboten. Eine besonders grosse Ansammlung von Pilgern bildet sich um einen Trog in welchen ein heiliger Mann die Kokosnüsse, die im die Gläubigen überreichen, mit aller Wucht in den Trog schmettert und so die Schale der Kokosnuss zerspringen lässt. Diesbezüglich habe ich folgendes im Internet gefunden:

"Die Kokosnuss wird als Sriphala bezeichnet, das heißt „Frucht Gottes“, und steht mitunter selbst für Gott, wird also zum Objekt der Anbetung. Doch sie repräsentiert auch den Menschen: Die harte Schale ist der grobstoffliche Körper, das Innere der Kokosnuss steht für die Wünsche, Hoffnungen und Innerlichkeiten des Menschen – auch für seine Sünden und Vergehen, für sein Anhaften an der illusorischen Wirklichkeit. Die drei Keimlöcher der Kokosnuss werden als Augen verstanden, wobei das dritte Auge ein „Auge der Weisheit“ ist – auch der Gott Shiva hat drei Augen.
Bei der Opferung zerschlägt der Priester die Schale und vollzieht damit symbolisch den Akt der Aufbrechung des Körpers, die Zerbrechung des Egos. Die Kokosmilch ergießt sich zu Füßen der Gottheit und symbolisiert das Verschmelzen des individuellen Selbst mit dem unendlichen Selbst."
http://www.ethmundo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=451&Itemid=1

Nach einem leckeren Chai Masala tuckern wir wieder langsam in Richtung Stadt runter. Dabei halten wir hin und wieder um das wunderschöne Panorama und die grandiose Aussicht auf Mysore zu geniessen.
Etwas was mich am meisten auf meinen Reisen in den Bann zieht und immer zum Reiseprogramm dazu gehört sind Märkte und deshalb ist es Pflicht den berühmten Devaraja Market zu besuchen. Dieser Blumen- und Früchtemarkt gilt als einer der Schönsten in ganz Südindien. Wir verlieren uns schnell in diesem farbenfrohen Ort und freuen uns einfach ob dem heillosen Durcheinander.







Montag, 12. November 2012

Ankunft und erster Abend in Mysore

Rund um Mysore gibt es verschiedenste Sehenswürdigkeiten und Attraktionen zu bewundern. Geplant wäre zudem ein Trekking in einem der naheliegenden Nationalparks gewesen. Da ich jedoch kurz vor der Reise Probleme mit meinem Knie hatte, riet mir mein Arzt davon ab.
So beschränkten wir uns auf leicht zugängliche Kuriositäten ohne all zu viel laufen zu müssen. Darunter darf man auch den berühmten Palast von Mysore zählen. Besonders attraktiv ist der ehemalige Maharadschasitz an einem Sonntagabend wenn  der Palast mit 96'000 (!) Glühbirnen beleuchtet wird. Zufälligerweise ist heute gerade Sonntag und wir fahren mit dem Tuk Tuk zum Palast. Zahlreiche ausländische, aber in der Mehrzahl Indische Touristen bestaunen das Lichterspiel. Ich bin fasziniert. Vorwiegend nicht wegen der Energieverschwendung, sonder ob der Freude der Inder, welche sich wie Kinder freuen und uns bitten für ihr Fotoalbum Model zu stehen. Besonders gefragt ist Monika-dies unter anderem aufgrund ihren blonden Haare und sonnigen Ausstrahlung. Monika zieht im Allgemeinen die Blicke stark auf sich, dies von Frauen und Männern. Offensichtlich ist sie der heimliche Star.

Zwischen all den Touristen patroullieren Palastwachen mit alten, umgehängten Karabiner, welche noch aus der Zeit der Maharadschas sein mögen und geben dem Ganzen noch einen Schuss koloniales Flair.

Nach dem Palastbesuch will uns unser Tuk Tuk Fahrer noch zu einem islamischen Nachtbazaar fahren. Irgendwie macht das Tuk Tuk die Pläne nicht so mit und versagt kurz nach Abfahrt den Dienst. So stossen der Fahrer und ich das Tuk Tuk samt Monika durch die staubigen Strassen von Mysore. Irgendwo können wir das Tuk Tuk wechseln und weiter geht die Fahrt in Richtung islamischer Nachtbazaar. Als uns der Tuk Tuk-Fahrer zu erklären beginnt, dass es in Mysore ein riesiges Problem mit Malaria gebe und wir die Überträgermücken nur mit gutem Öl und Räucherstäbchen bekämpfen könnten, werde ich hellhörig. Der islamische Nachtbazaar entpuppt sich als eine Art Kaffefahrt zu einem Räucherstäbchen- und Ölherstellerhersteller welcher uns Unmengen von seinen Produkten andrehen möchte. Auf die Fahrt sind wir hereingefallen-auf den Händler nicht-freundlich aber bestimmt lassen wir den Tuk Tuk Driver und den Händler zurück und machen uns auf, in Richtung Innenstadt, um etwas zu essen.

Nach dem Essen, finden wir noch eine Bar welche mir ungemein gut und Monika ungemein schlecht gefällt. Sie lässt mich mit einem Kuss zurück und begibt sich ins Hotel, während ich mich meinem Indienreiseführer und dem einten und anderen Kingfisher Beer zuwende ;-). Es sind unter anderem solche Momente wo mir immer wieder klar wird was für ein riesen Schatz Monika ist.


Mysore Palace. 96'000 Glühbirnen erhellen den Palast.