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Sonntag, 16. November 2014

Pfiati Österreich - Добрый день Россия!

Michelle und ich verabschieden uns von der Mama/Omi in Stainz. Eine schöne, erholsame Woche haben wir hier verbracht. Ein guter Einstieg in die Reise, jetzt soll es aber weiter gehen. Bislang war alles vertraut, jetzt aber wartet das Unbekannte und das Neue.
Ich bringe Michelle zum direkten Zug nach Zürich, wo wir uns ebenfalls verabschieden. Keine 30 Minuten später sitze ich im Railjet in Wien. Ich war schon ein paar Mal in Wien und trotzdem muss ich die 4 Stunden bis zur Abfahrt meines Anschlusszuges nach Moskau irgendwie 'durchbringen'. Ich entscheide mich für den Tiergarten Schönbrunn, den ältesten Zoo der Welt. Ebenso wurde er mehrfach zum besten seiner Sparte in Europa gewählt. Und was ich sehe gefällt mir-vor allem die Regenwaldhalle Borneo.

Zug Nr.D100 fährt pünktlich im Bahnhof Wien Meidling ein und schnell verschwinde ich in einem der modernen und luxuriösen Zweierabteil. Da es sich um einen reinen Schlafwagenzug handelt, gab es leider nur diese Klasse zu buchen. Was sich auch im Reisebudget bemerkbar macht. 300 Euronen verschlingt die Fahrt – der Flug hätte rund 120 gekostet...
Kurz danach erhalte ich Gesellschaft in Form eines ca. 55 jährigen Russen. Er riecht stark nach Alkohol und seine Socken nach bereits mehrtägiger Reise. Er redet viel – meist mit sich selber. Ich nenne ihn fiktiv Ivan und beobachte den kurrligen Kauz ein wenig.

In Breclav (Tschechien) wird noch ein Speisewagen angehängt, welchen ich natürlich nicht verwaisen lassen möchte. So politisiere ich, bei Mikrowellengulasch und bitterem tschechischen Bier, mit einer alten, witzigen Servicefachkraft über die Pyramide des Kapital und dass immer mehr Züge aufgrund der Rentabilität gestrichen werden und langsam unweigerlich dem Flugzeug weichen müssen.
Genau solche kleinen Smalltalks mit Reisenden oder Angestellten machen diese Reise für mich so wertvoll. Das Reisen besteht nicht nur aus Sehenswürdigkeiten besuchen, sondern auch, zu versuchen, einen kleinen Einblick in den Alltag anderer Menschen zu gewinnen.
Wien

Schloss Schönbrunn
Los geht's

Sonntag, 2. November 2014

Visum verweigert - Reiseroute steht trotzdem fest

In ein paar Tagen geht die Reise los. Eigentlich war meine Absicht via der Türkei, dem Iran, Turkmenistan und Usbekistan nach Kasachstan zu reisen. Die Rechnung habe ich aber ohne die äusserst pflichtbewussten Turkmenischen Beamten gemacht. Ein Touristenvisum ist mir aufgrund der anfallenden Kosten zu teuer. Turkmenistan ist leider immer noch eine Diktatur und verlangt, dass man während des Aufenthaltes mit einem Touristenvisum von Regierungsbeamten ständig begleitet wird. Diesen muss man über ein lokales Reisebüro buchen, was immens teuer ist und Transitvisum wird mir verweigert, da ich das genaue Einreisedatum nicht angeben kann. Das Alternativprogramm via Afghanistan scheint nicht sonderlich attraktiv. Also muss ich ungewollt den Weg über Russland nach Kasachstan nehmen-zwar etwas weniger orientalisch, jedoch nicht minder interessant.